
Musik war schon immer ein Teil von mir. Schon als Kind habe ich ständig Musik gehört. Damals noch mit Walkman und Kassette — Kopfhörer auf und einfach abtauchen. Erst Gitarrenmusik wie die Onkelz oder Die Ärzte, später dann Techno, Hardtrance und Schranz.
Musik war für mich nie einfach nur Hintergrundgeräusch. Sie war schon immer ein Ort, an dem mein Kopf für einen Moment still wurde. Geschrieben habe ich tatsächlich schon sehr früh. Mit ungefähr sieben Jahren entstand meine erste kleine Geschichte — über eine Ente, die unbedingt nach Tahiti in den Urlaub wollte. Verrückt eigentlich… aber sie kam dort sogar an 😄 Danach war allerdings viele Jahre Ruhe. Zumindest was das Schreiben anging. Das Leben hatte andere Pläne.
Mit der Zeit kamen Erfahrungen, die mich geprägt haben. Enttäuschungen, Vertrauensbrüche und Beziehungen, die wehgetan haben. Ich wurde von Menschen betrogen, denen ich vertraut habe — sogar von meinem besten Freund. Ein Kind war ebenfalls mit betroffen. Viele dieser seelischen Schmerzen habe ich jahrelang mit mir herumgetragen, ohne wirklich darüber zu reden.
Vor ungefähr fünf Jahren entstand dann eher aus Zufall mein erster richtiger Songtext. Eigentlich war es nur eine spontane Idee zwischen mir und einem guten Freund, der musikalisch sehr talentiert ist, Gitarre spielt und singt. Er nahm meinen Text und machte daraus einen Song. Und plötzlich war da etwas. Schon beim ersten Mal fühlte es sich echt an. Nicht perfekt. Aber ehrlich. Emotional. Roh. Ab diesem Moment begann ich immer mehr zu schreiben. Ich suchte Menschen, die meine Texte vertonen oder singen konnten, doch das war oft schwierig. Irgendwann kam dann KI dazu.
Anfangs war vieles noch unausgereift, aber mit der Zeit entwickelte sich daraus für mich eine völlig neue kreative Möglichkeit. Ich begann, Gedanken, Gefühle und Lebensgeschichten in Songs zu verwandeln — jeden einzelnen Tag. Heute schreibe ich teilweise mehrere Songs täglich. Manche Texte werden so intensiv, dass daraus direkt mehrere Songs entstehen. Über die Jahre wurde mein Schreiben immer emotionaler, ehrlicher und tiefer. Und irgendwann wurden auch andere Menschen darauf aufmerksam. Immer häufiger schrieben mir Menschen, ob ich ihre Geschichten in Songs verwandeln könnte. Viele sagten mir, dass sie schon vieles gehört hätten — aber immer wieder zu meinen Texten zurückgekommen sind, weil sie sich verstanden fühlten. Und genau das bedeutet mir alles. Es gab Menschen, die mich nach ihren Songs weinend angerufen oder mir geschrieben haben, weil sie ihre eigene Geschichte plötzlich in Musik gehört haben. Für mich ist genau das der wahre Wert von Musik:
Erinnerungen festhalten. Gefühle greifbar machen. Menschen etwas geben, worin sie sich wiederfinden können. Ich habe gelernt, mich extrem tief in andere Menschen hineinzuversetzen. Vielleicht auch, weil ich selbst immer sehr viel gefühlt habe.
Durch mein ADS ist mein Kopf selten wirklich ruhig. Auch wenn ich nach außen oft entspannt wirke, herrscht innerlich meistens komplettes Chaos. Gedanken, Gefühle und Erinnerungen laufen dauerhaft gleichzeitig. Schreiben wurde deshalb irgendwann meine Art, all das loszulassen. Ich rede nicht viel über das, was in mir passiert. Ich schreibe es.
Musik ist für mich keine Aufmerksamkeit. Keine Rolle. Kein Image. Musik ist meine Therapie.